Solltest du deinen Partner für Fleischkonsum kritisieren? – 4 Tipps, wie du ihn überzeugst

Jede vegane Frau kennt es: Das flaue Gefühl im Magen, wenn dein liebstes Gegenüber Fleisch auf dem Teller hat.

Wir denken, bewusst oder unbewusst, an das Tierleid, an die Folgen für die Umwelt und die Gesundheit unseres Partners.

So gut wie möglich versuchen wir, die Gedanken beiseite zu schieben, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Doch das flaue Gefühl bleibt…

Wir wollen nicht der Spielverderber sein

Um die Stimmung nicht zu verderben, beißen wir uns auf die Lippe.

Später fragen wir uns: Bin ich feige? Sollte ich ihm nicht so richtig die Meinung sagen? Schließlich ist das total unverantwortlich, was er tut!

Wenn wir zu Schuldgefühlen neigen, machen wir uns fertig, weil wir nichts getan haben, nicht zu unseren Werten gestanden haben. Oder aber dafür, dass wir überhaupt so “albern” sind und ihn nicht einfach essen lassen, was er will.

Egal, was wir tun, wir machen es falsch.

Was hilft?

Zu aller erst sollten wir uns daran erinnern, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der der Verzehr von Tieren normalisiert ist. Als Veganerin finden wir uns zwangsläufig in der Minderheitenrolle, all die Indoktrination in Erziehung und Medien ist gegen uns.

Da fällt es manchmal sogar schwer, uns selbst zu verstehen und liebevoll zu uns selbst zu sein. Tun wir es trotzdem!

Aber bringt es wirklich etwas, die Dinge direkt beim Namen zu nennen? Deinen Partner an seine Verantwortung zu erinnern? Es kommt darauf an.

Fingerspitzengefühl vs. Blinder Aktivismus

Wie bei jeder Kritik ist es eine heikle Angelegenheit und erfordert viel Fingerspitzengefühl.

Natürlich fühlen wir uns im Recht. Wir kennen all’ die Fakten, haben all’ die Videos und Bilder gesehen, Bücher gelesen, womöglich auch wissenschaftliche Artikel studiert.

Doch wichtig ist nicht, dass wir “Recht haben”, sondern dass wir unseren Partner davon überzeugen!

Was bringt ein direkter Angriff nach dem Motto: “Aber die Tiere leiden doch so sehr!” , wenn es bei unserem Partner nur defensive Abwehr und Kopfschütteln auslöst? Meiner Meinung nach gar nichts.

Wir hätten zwar Recht, doch hätten wir nichts davon. Außer einem vermiesten Abend…

Auch die Tiere hätten nichts davon, es wäre ein Fall von “blindem, ineffektivem Aktivismus”.

Aber gar nichts tun? Auch das ist ineffektiv, es bestärkt ja nur den Partner in seiner Haltung. Außerdem fühlt es sich, gelinde gesagt, scheiße an.

Vier Dinge haben sich aus unserer Erfahrung als hilfreich erwiesen:

1) Koch’ vegan und lass’ ihn probieren


Aber nicht irgendwie. Veganisiere seine Lieblingsgerichte. Verwende veganes “Fleisch” auf Pflanzenbasis. Wie das geht, zeigen wir in dir in unserem kostenlosen E-Book.

Koche für dich und lass ihn probieren. Zwinge ihm nichts auf. Mache ihn neugierig und er wird selbst feststellen:

“Das schmeckt ja besser als mein Fleisch!”

2) Konzentriere dich auf Gesundheit und Umwelt

Auch wenn dir die Tiere am Meisten am Herzen liegen.

Laut einer Umfrage von vegan.eu werden die meisten Männer aus Gesundheits- oder Umweltgründen vegan. Bei uns Frauen ist das anders, bei uns überwiegen Ethik und Tierrechte.

Wenn wir unseren Partner erreichen wollen, ist es sinnvoller, über Dinge zu reden, die ihn interessieren, richtig?

Hat er vielleicht bereits gesundheitliche Probleme? Könntest du ihn, behutsam und einfühlsam, über die Vorteile einer pflanzlichen Ernährung aufklären? Und über die Schädlichkeit einer Kost mit vielen tierlichen Produkten.

Bei Vincent war das z.B. Haarausfall, Hautprobleme, wenig Energie.

Die gute Nachricht ist: Mit einer fettarmen pflanzlichen Kost bekommt er die meisten gesundheitlichen Probleme in den Griff.

Und falls er eine super Gesundheit hat: Gratuliere! Die will er sicherlich auch behalten. Nichts eignet sich dafür besser, als eine fettarme, auf Stärke basierte, pflanzliche Ernährung.

So kannst du in ihm das Eigeninteresse wecken, mehr pflanzliche Mahlzeiten zu sich zu nehmen, vor allem, wenn es so lecker schmeckt, wie deine!

3) Das “Wie” ist genau so wichtig wie das “Was”

Nach Erkenntnissen der Kommunikationspsychologie nehmen Menschen zu über 80 % nonverbale Signale war. Lediglich 19 % deiner Message macht der Inhalt aus.

Achte deshalb auf deine Stimme, deine Gestik und Mimik. Sei “nett” zu ihm, freundschaftlich. Vermeide es, anklagend zu wirken.

Das Timing für solche Gespräche will ebenfalls gut gewählt sein. Je angenehmer die Atmosphäre, desto positiver wird seine und eure gemeinsame Erfahrung sein.

Und außerdem: nicht so viel auf einmal! Serviere ihm deine wertvollen Informationen häppchenweise, damit er alles gut “verdauen” kann, im wahrsten Sinne des Wortes.

4) Geduld, Geduld, Geduld!

Wenn du diese einfachen Punkte beachtest, wirst du ihn Stück für Stück auf deine Seite bekommen.

Natürlich geschehen Veränderungen nicht über Nacht. Der Konsum von tierlichen Produkten ist ein erlerntes Verhalten, ein Muster, dass dein Partner schon lange eingeübt hat.

Veränderungen brauchen Zeit, doch steter Tropfen hölt den Stein.

Du hast alle Argumente auf deiner Seite. Vertraue deinen Werten, deinem Bauchgefühl und unterfüttere es mit Wissenschaft.

Für den kulinarischen Teil hast du mit unserem kostenlosen Ebook ausgesorgt.

Denn wie immer gilt:

Liebe geht durch den Magen.

Christina und Vincent